Viel Raum zum Wohlfühlen

Wie ein Stadtquartier mit Herz entsteht

Standort Oxford

Die im Stadtteil Gievenbeck an der Roxeler Straße gelegene Oxford-Kaserne wurde in den Jahren 1934-36 errichtet. Sie ist nahezu 27 Hektar groß und liegt zwischen dem Wohnquartier „Alt Gievenbeck" und dem neu entstandenen „Auen-Viertel". Die Entfernung bis zur Münsteraner Innenstadt beträgt etwa 3 Kilometer.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kaserne von britischen Streitkräften übernommen und durch verschiedene Einheiten genutzt. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung hat die britische Armee die Oxford-Kaserne am 14.11.2013 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zurückgegeben. Seit diesem Zeitpunkt stehen die Flächen für eine zivile Nutzung zur Verfügung. Am 16.5.2018 stimmte der Rat in Münster dem Ankauf der Kasernen zu. Im Sommer 2018 veräußerte die BImA die York-Kaserne mit Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates an die Stadt Münster.

Das Kasernengelände ist einschließlich des Offiziersheims jenseits der Roxeler Straße etwa 27 Hektar groß. Das Areal wird unmittelbar von der Roxeler Straße und der Gievenbecker Reihe und mittelbar von der Dieckmannstraße begrenzt. Zurzeit bestehen Zuwegungen von der Roxeler Straße und der Gievenbecker Reihe. Der Haupteingang liegt an der Roxeler Straße. Im Westen grenzt an das Kasernengelände eine gemischte Nutzungsstruktur in einem zwischen 100 und 160 Meter breiten Streifen zwischen Dieckmannstraße und Grenzzaun der Kaserne.

Nördlich der Roxeler Straße und westlich der Dieckmannstraße liegt das Stadtbereichszentrum „Gievenbeck Roxeler Straße" mit Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten. Im Norden grenzt an die Kasernenanlage der sogenannte „Grüne Finger", eine großzügige Grünanlage mit Freizeitangeboten für die Gievenbecker Bevölkerung. Die Gievenbecker Reihe schließt im Osten an das Kasernengelände an. Die Verbindung nach Gievenbeck Mitte erfolgt über den Arnheimweg. Die Distanz zwischen Kaserne und Gievenbeck Mitte beträgt etwa 500 Meter.

Über einen mehrstufigen städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb konnte für die Liegenschaft die beste Lösung erarbeitet werden. Dabei wurde neben der übergeordneten Vernetzung der Flächen in die Stadtteile ein besonderer Schwerpunkt auf die Verknüpfung zwischen bestehenden Gebäude- und Grünstrukturen gelegt – und es wurden ein qualitätsvoller Umgang mit den Bestandsgebäuden und nachhaltige Freiraumstrukturen erreicht.

Das städtebauliche Gutachterverfahren zur Entwicklung der Oxford-Kaserne hat das Architekturbüro Kéré aus Berlin für sich entschieden. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster konnten sich aktiv am Konversionsprozess beteiligen und an der Leitbild-Entwicklung mitarbeiten. In der Fortsetzung war ihre Meinung auch im Gutachterverfahren gefragt. Sie nutzten die Gelegenheit, sich die unterschiedlichen Ideen aus erster Hand von den Entwurfsverfassern erklären zu lassen. Im Anschluss an die Präsentationen notierten sie Anmerkungen für die Fachjury. So floss das Stimmungsbild der Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsfindung ein.

Bruttobauland: ca. 26,5 h
Nettobauland: ca. 16 ha
Wohneinheiten: 1.200
Entfernungen:
• 3 km bis zum Münsteraner Domplatz
• 500 m bis zur Gievenbecker Ortsmitte
Einwohnerzahl Gievenbeck: mehr als 20.000

Quelle: Stadt Münster

Mehr als 26 Hektar Fläche können bebaut werden

Quelle: ©Roland Borgmann

Der denkmalgeschützte Bestand wird energetisch saniert

Quelle: Arbeitsgemeinschaft OXF

Auf dem alten Areal entsteht ein urbanes Wohn- und Arbeitsquartier

Oxford-Quartier: Leben, Wohnen, Arbeiten in urbanem Stadtteil

Die Umwandlung der ehemals von Zäunen und Mauern umschlossenen Kaserne zu einem lebendigen und urbanen Wohnquartier ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Unser Ziel ist es, attraktive, zeitgemäße Wohnangebote zu schaffen. Wichtig ist es hierbei, innovativ und kreativ zu planen und gleichzeitig den städtebaulichen Charakter der denkmalgeschützten Anlage zu wahren.

Durch ein neues sozial und kulturell durchmischtes Wohnquartier – energetisch saniert und zeitgemäß modernisiert – entstehen auf der Fläche der alten Kaserne attraktive, bezahlbare Wohnflächen in unterschiedlichen Lagen und Größen. 

Neben den verdichteten gemischten Bereichen rund um den Oxford-Platz sollen Hofstrukturen zwischen Bestandsgebäuden, Neubauten, Geschosswohnen und Reihenhausstrukturen entwickelt werden.

Das Thema des Wohnhofes ist ein zentraler Bestandteil der Konversion, denn Höfe ordnen die Orientierung der Gebäude und bündeln Leben und Gemeinschaft. Denkbar sind auch gemischte Strukturen zum Arbeiten und Leben in einem Quartier. Ergänzt werden die Strukturen durch gemeinschaftliche Bauprojekte und die sozialen Infrastrukturen.

Die Mittelachse, der zentrale grüne Boulevard, dient als parkartiger Bewegungsraum. Der Freiraum am nördlichen Rand zieht sich in den zentralen Boulevard und wird das grüne und gleichzeitig urbane Rückgrat des neuen Quartiers. Neben den neuen Freiraumstrukturen entstehen im nördlichen Bereich Sporteinrichtungen. Eine innovative Regenwasserbewirtschaftung sorgt für einen verzögerten Abfluss des Regenwassers, eine hohe Verdunstungs- und Versickerungsrate und leistet somit einen Beitrag zu einem angenehmen Mikroklima.

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